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Klöster bringen mehr soziale Ordnung und Schulen

Tilmann von Kuepach LM MorgenpostThema in Tilman von Kuepachs Morgenpost: Landshut, eine Klosterstadt

Landshut – pm (14.01.2020) Landshut war aus seiner Geschichte betrachtet immer ein Ort mit klösterlichem Leben. Es gab Franziskaner, Kapuziner, Dominikaner, Jesuiten mit jeweils prunkvollen Klosteranlagen und Kirchen, meist ohne Turm, da der Kirchturm als repräsentatives Symbol von Macht und Größe kritisch wahrgenommen wurde, was dazu führte, dass die auf Demut und Bescheidenheit zielenden Orden der Zisterzienser, Dominikaner Franziskaner ein Verbot von Kirchtürmen für ihre Klöster erließen, (mit der Ausnahme in Landshut-Seligenthal).

Landshut war in alter Zeit bekanntlich katholisch, so dass die Reformation an den Klöstern in unserer Stadt spurlos vorüberging. Aber im erzkonservativen Bayern wurden dann um 1803 alle Klöster aufgelöst. Der Nachklang der französischen Revolution war seinerzeit der offizielle Grund hierfür. Viel richtiger war die Geschäftsgier des Staates verantwortlich zu machen.

Richtig ist schon, dass die Geistlichkeit bis ins beginnende 19. Jahrhundert viel Macht angesammelt hatte, die auch schamlos ausgenutzt wurde. Nur so ist es zu erklären, dass die Säkularisation wenig Gegnerschaft in der Zivilbevölkerung erzeugte, sondern jeder versuchte sich aus dem Kirchen- und Klostervermögen sich eine Scheibe abzuschneiden. Bekanntestes Beispiel ist der Prantlgarten. Das Klosterareal der Franziskaner wurde vom Leihhausbesitzer Clemens Prantl ersteigert, der aus dem Kloster eine Sommerwirtschaft mit Biergarten machte. Gleichzeitig wurde die vorhandene von den Dimensionen her riesige Kirche abgerissen und die Ziegelsteine ebenso wie das Mobiliar und die gesamte Ausstattung meistbietend versteigert. Der Kreuzgang blieb erhalten und wird, so Geld in der Stadtkasse ist hoffentlich bald eingesetzt das Museumsgelände fertigzustellen.

Was die Säkularisation nicht schaffte, wird aber jetzt die moderne Zeit schaffen. Nur spärlich wenige junge Leute sind bereit in ein Kloster einzutreten. Männliche Klosterbrüder gibt es in Landshut schon lange nicht mehr. 2002 haben die letzten Franziskaner Landshut verlassen und nur mehr die Homepage eines Bauträgers schwärmt von sich, die historische Substanz des Klosters Maria Loreto behutsam für die nachfolgenden Generationen zu sanieren.

Klosterschwestern gibt es aber schon noch. Auch wenn die Ursulinen Landshut verlassen haben, gibt es noch ein stattliches Fähnlein der Zisterzienserinnen. Und auch Solanusschwestern betreiben sehr aktiv ihr Leben und das Kinderkrankenhaus.

Die Geschichte der beiden Klöster wäre eine eigene Morgenpost wert. Sie kann aber bequem auf Wikipedia nachgelesen werden. Und die „Altstadtfreunde“ haben ihren Kalender 2020 dem Kloster Seligenthal gewidmet. Viel faszinierender finde ich, wie die doch stockkonservativ verschrienen Organisationen jeweils eine Seite ins Netz gestellt haben, die ihresgleichen suchen. Da wird die tägliche Arbeit genauso ausführlich dargestellt, wie auf die Geschichte zurückgesehen. Der Begriff des gemeinsamen Lebens ist dabei zentral und dass die Hilfe für den Menschen erste und wichtigste Aufgabe ist.

Manche politische Partei kann sich von den homepages der beiden Klöster eine Scheibe abschneiden. Aber die soziale Verantwortung steht selbstredend im Vordergrund. So haben die Zisterzienserinnen das wohl älteste Haus Landshut (Seligenthalerstraße 8), das älter als das Kloster selber ist, vor dem Verfall bewahrt und es denkmalgerecht saniert. Und ich bin sicher, wäre das Haus Wagnergasse 2, das einen nur mehr bedauernswerten Eindruck macht, im klösterlichen Besitz wäre es nicht so heruntergekommen, wie es sich heute darstellt.

Wir, die Mitglieder der Fraktion der Landshuter Mitte aus Claudia Zehentbauer, Dr. Maria Fick, Hans-Peter Summer, Dr. Thomas Küffner und Tilman v.Kuepach freuen uns jedenfalls, dass es klösterliches Leben in Landshut noch gibt. Im Jahre 2016 endete die 350 jährige Geschichte der Ursulinen in Landshut. Damals hieß es, dass in ein paar Jahren in den Klosterbaulichkeiten eine zweizügige Grundschule einzöge. Um die Grundschule ist es wieder sehr still geworden, aber wir bräuchten dringend Schulen, da die bestehenden aus allen Nähten platzen. Liebes Erzbistum, wann kommt die Schule? Wenn wir schon eine Waldorfschule bekommen, sollte ein kirchliche Grundschule doch nicht fehlen.

Ich wünsche Ihnen eine schöne Woche.
Ihr
Tilman v. Kuepach

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