
Das Kernkraftwerk Isar II wurde am 15. April 2023 endgültig abgeschaltet. 1.000 Tonnen Atommüll bleiben zurück. - Foto: W. Götz
Landshut – pm (11.03.2026) Am 11. März jährt sich eine der größten Atomkatastrophen der Geschichte zum 15. Mal. In Folge eines Tsunamis kam es in der Atomanlage in Fukushima bei mehreren Reaktorblöcken zur Kernschmelze. Zur Naturkatastrophe durch den Tsunami gesellte sich der GAU in Fukushima. Ungewissheit, Hilflosigkeit, weiträumige Verseuchung und Evakuierung und ein nicht enden wollender Austritt von Radioaktivität bestimmten die Lage.
Auch 15 Jahre später ist die Situation in Japan keineswegs gesichert. In drei Reaktorblöcken lagern immer noch die geschmolzenen Reaktorkerne, große Teile der evakuierten Zonen sind weiterhin nicht bewohnbar. Täglich fällt radioaktives Kühlwasser an. Tritiumhaltige Abwässer gelangen ins Meer.
Zu den Auswirkungen der Ereignisse in Fukushima für die Landshuter Region, äußert sich Louis Herrmann, Sprecher des Landshuter „Bündnis für Atomausstieg“ (BüfA) so: Die schwarz-gelbe Bundesregierung nahm die im Oktober 2010 beschlossene Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke zurück. Der Siedewasserreaktor Isar 1 und sieben weitere AKW wurden noch im gleichen Jahr stillgelegt. Für Isar II wurde das Ende für 2022 beschlossen, was dann allerdings erst am 15. April 2023 kam.“
„Aktuell bleiben uns im Landkreis noch immer über 1.000 Tonnen höchst gefährlicher Atommüll, informiert Rudi Ammansberger vom Bürgerforum gegen Atomkraftwerke Landshut und Umgebung e.V., und weiter: „Die abgebrannten Brennelemente lagern zum größten Teil im Zwischenlager BELLA und teilweise auch noch im Reaktor Isar II. Das Versprechen, dass der riskante Müll längstens 40 Jahre im Zwischenlager bleiben wird, lässt sich nicht einhalten, da es noch viele Jahrzehnte dauern wird, bis dieser in einem Endlager sicher verwahrt werden kann. Die rasant sich entwickelnde Waffentechnik - vor allem im Bereich der Drohnen und Raketen - verstärkt die Gefahr, dass das Gebäude und die Castoren einem bewaffneten Angriff nicht Stand halten, was zu einer radioaktiven Verseuchung in der weiteren Umgebung führen würde. Daher fordern wir vom BüfA Landshut, dass das Problem endlich angegangen wird. Dies sollte entweder durch eine deutliche Verbesserung des Schutzes des bestehenden Gebäudes erfolgen oder noch besser durch ein neues im Erdboden verbunkertes Zwischenlager am Standort“.
„Empörend sind in diesem Zusammenhang die Aktivitäten des bayerischen Ministerpräsidenten, Atomkraftwerke wieder salonfähig machen zu wollen. Sowohl sein Engagement für die „Minireaktoren“ aber auch für die Kernfusion sind illusionär und lenken nur von den vorhandenen gefährlichen Altlasten durch Atomkraftwerke ab“, meint Kathy Mühlebach-Sturm, Vorsitzende der BUND Naturschutz-Kreisgruppe Landshut.

