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Hospizverein und JuLis Landshut diskutieren über Sterbehilfe

JuLis Hospizverein

(v.l.) Hans Buck, Richard Bechinger, Kunibert Herzing, Norbert Hoffmann, Michael Deller, Ramin Nikkho, Lorenz Hörmann, Lutz Himmel

Landshut - pm (28.02.2019) Am Freitag, 22. Februar, stellte sich der Hospizverein Landshut den Jungen Liberalen Landshut vor. Beide Seiten machten dabei ihre konträren Ansichten über die Einführung einer aktiven Sterbehilfe in Deutschland klar.

Das Treffen kam zustande, nachdem sich die Jungen Liberalen Niederbayern auf ihrem Bezirkskongress Anfang Januar für die Einführung einer aktiven Sterbehilfe in Deutschland ausgesprochen hatten. Der Kreisvorsitzende der Jungen Liberalen Landshut, Lorenz Hörmann, betonte die Wichtigkeit, Menschen einen würdevollen Tod zu ermöglichen: „Die aktive Sterbehilfe bedeutet für einige Menschen die Möglichkeit, würdevoll und selbstbestimmt aus dem Leben zu scheiden. Klar ist aber auch, dass das Recht nicht zur Pflicht verkommen darf, die Entscheidung muss selbstbestimmt und bei vollem Bewusstsein getroffen werden“.

Diese Bedenken äußerte auch der Vorsitzende des Hospizvereines, Kunibert Herzing: „Wenn ein solches Recht vorhanden ist, muss man aufpassen, dass es nicht zur gefühlten Pflicht wird. Die Priorität muss in erster Linie darauf ausgerichtet sein, die Lebensqualität bis zum Ende eines Menschenlebens zu gewährleisten.“

„Durch steigende Lebenserwartung und medizinischen Fortschritt müssen wir uns als Gesellschaft endlich wagen, offen die notwendige Aufklärung über Alternativen am Ende eines Lebensweges zu führen. Nur wenn ein Mensch alle Informationen kennt, kann er eine fundierte Entscheidung über sein Lebensende treffen“, so zusammenfassend der jungliberale niederbayrische Bezirksrat, Michael Deller.

Die Vertreter des Hospizvereins drängten im weiteren Gespräch auch darauf, in der Palliativversorgung die stationären Pflegeeinrichtungen nicht zu vergessen, da dort immerhin 30% der Menschen sterben. Außerdem pochten sie auch auf die Wichtigkeit von Patientenverfügungen und Vorsorgevollmacht: „Eine Patientenverfügung auszufüllen dauert nur wenige Minuten, im Ernstfall erspart man den Angehörigen damit aber sehr schwierige Entscheidungen“, betonte der zweite Vorsitzende des Hospizvereins, Richard Bechinger.

FDP-Stadtrat Norbert Hoffmann, der auf Einladung der JuLis ebenfalls an dem Gespräch teilnahm, bedankte sich ausdrücklich für die unermüdliche Arbeit des Hospizvereins: "Was sie für die Menschen leisten, kann kaum hoch genug geschätzt werden."

Die Vertreter der Jungen Liberalen bedankten sich am Ende des Gesprächs für die spannende Diskussion und die Einblicke in die Hospiz- und Palliativversorgung sowie in die Arbeit des Landshuter Hospizvereins.

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