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Die Stadträte der JL/BfL beantragen die Einführung des Erste-Hilfe-Programms "MOBILE RETTER"

mobile retter

Landshut (10.12.2017) Die Stadträte Dr. Thomas Haslinger, Karina Habereder (beide Junge Liste) sowie Bernd Friedrich (Bürger für Lanshut) - stellen als Stadtratsfraktion Antrag auf Einführung des Erste-Hilfe-Programms „Mobile Retter“ im Zweckverband Rettungsdienst, zu dem auch Stadt und Landkreis Landshut gehören.

Der Antrag lautet: Der Stadtrat möge die Einführung des Erst-Hilfe-Programms „Mobile Retter“ in der Stadt Landshut beschließen. Im Zweckverband Rettungsdienst soll darauf hingewirkt werden, dieses Programm in der Stadt Landshut möglichst zeitnah einzuführen.

Begründung: Aktuell ist häufig in Presseartikeln festzustellen, dass ein Notarzt aus Regensburg mit dem Hubschrauber in die Region Landshut geflogen werden muss, um hier Einsätze zu übernehmen, weil der Notarzt vor Ort bereits anderweitig im Einsatz ist. Dies führt unweigerlich zu einer längeren Wartezeit für die Patienten bis zum Eintreffen des Notarztes.

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie die Zeit bis zum Eintreffen des Notarztes überbrückt werden kann. Ein rascher Beginn der Erste-Hilfe-Maßnahmen ist -insbesondere bei Herz-Kreislauf-Stillständen und ähnlichem - unerlässlich für eine erfolgreiche Behandlung.

„Mobile Retter“ ist ein Smartphone-basiertes Alarmierungssystem für qualifizierte Ersthelfer. Initiiert durch den leitenden Notarzt und Ingenieur Dr. Ralf Stroop hat der Verein Mobile Retter e.V. in Zusammenarbeit mit dem IT-Dienstleister medgineering ein Versorgungssystem entwickelt, mit dem Rettungskräfte, Ärzte und weitere medizinisch qualifizierte sowie einsatzerfahrene Ersthelfer die Überlebensrate bei Herz-Kreislauf-Stillständen durch schnell eingeleitete Wiederbelebungs-Maßnahmen signifikant verbessern können. Gekoppelt an das Einsatzleitsystem der Rettungsleitstellen (112) hat das Mobile Retter-System das Potential für eine bundesweite Verbreitung.

Ausgangssituation und Ziele

In Deutschland erleiden jährlich etwa 75.000 Menschen einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Lediglich 5.000 davon können derzeit erfolgreich reanimiert werden, da aufgrund der Eintreffzeit des Rettungsdienstes mit durchschnittlich 9 Minuten die Wiederbelebungsmaßnahmen häufig zu spät eingeleitet werden. Denn bereits nach 3 bis 5 Minuten sterben Gehirnzellen irreparabel ab. Experten des Deutschen Wiederbelebungsrates belegen, dass bei einer flächendeckenden schnellen medizinischen Erstversorgung dieser lebensbedrohlichen Notfälle mehr als 10.000 Menschenleben pro Jahr in Deutschland gerettet werden können.

Daher hat sich das Mobile Retter-Projekt das Ziel gesetzt, deutschlandweit alle Kreise und Städte an das System anzuschließen, um die schnelle und unkomplizierte Ersthelfer-Lösung flächendeckend einsetzen zu können.

Wie helfen die Mobilen Retter konkret?

Geht ein Notruf in einer Leitstelle (112) ein, bei dem ein Herz-Kreislauf-Stillstand oder eine bewusstlose Person gemeldet wird, wird über eine GPS-Abfrage sichergestellt, ob sich ein qualifizierter Ersthelfer in der Nähe des Notfallortes befindet. Nimmt der alarmierte Mobile Retter den Einsatz an, ermöglicht die technische Lösung eine schnelle Navigation des Ersthelfers zum Einsatzort. Mobile Retter sind u.a. Rettungsdienstler, Ärzte, Feuerwehrleute, Rettungsschwimmer, Arzthelfer/innen, Pfleger/innen, die zuvor registriert und trainiert wurden und in eben diesen Notfällen über eine App auf ihrem Smartphone alarmiert werden können. Im Idealfall erreicht der Mobile Retter den Patienten durch seine räumliche Nähe zur Notfalladresse viel schneller als der Rettungsdienst und kann bereits mit lebenserhaltenden Maßnahmen beginnen. Denn es gilt die Regel „Time is brain“ und die Überlebenschance des Patienten steigt durch einen schnelleren Beginn der medizinischen Behandlung drastisch.

Technische Umsetzung

Die technische Lösung der Mobilen Retter setzt auf gängige Leitstellen-Software auf und kann daher unproblematisch und ohne hohen Zeitaufwand im Landkreis installiert werden. Dabei bietet die Lösung ebenfalls ein hohes Maß an Datenschutz. Darüber hinaus bietet der Verein viel mehr als nur eine technische Lösung. Wichtiger Bestandteil des umfassenden Konzeptes sind die Trainings der Mobilen Retter, die Vor- und Nachbereitung von absolvierten Einsätzen mithilfe einer professionellen Nachsorge, ein umfassender Versicherungsschutz sowie eine wissenschaftliche Begleitung des Projekts. Damit bieten die Mobilen Retter als einziger Anbieter eine Komplettlösung an, die Landkreise und Städte rundum absichert.

Kosten

Zur Implementierung des Systems (Leitstellenintegration, App) muss laut Kalkulation der Mobilen Retter e.V. mit Kosten in Höhe von 2.000 €uro gerechnet werden. Für die laufenden Kosten erscheint ein Betrag von 0,10 €uro pro Einwohner jährlich als auskömmlich, somit kämen auf den Landkreis pro Jahr Kosten in Höhe von etwa 15.000 €uro zu. Eine genaue Kalkulation wird seitens der Mobilen Retter e.V. im Rahmen des Vertragsschlusses erarbeitet.

gez.

Thomas Haslinger, JungListe

Karina Habereder, JugnListe

Bernd O. Friedrich, Bürger für Landshut

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