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Bedenklicher Frauenanteil im neuen Bundestag. Am 12. Nov. 1917 Geburtsstunde des Frauenwahlrechts

landkreisgrüne vorstand ganz neu

(28.10.2017) Der Vorstand der Landkreis-Grünen diskutierte bei der monatlichen Vorstandssitzung am Donnerstag unter anderem über das bevorstehende 100-jährige Jubiläum des Frauenwahlrechts und den Frauenanteil im neuen Bundestag. Der 12. November 1918 gilt als die Geburtsstunde des deutschen Frauenwahlrechts.

In den Worten der Sozialdemokratin Marie Juchacz, die als eine der ersten Frauen im Parlament sprach, wurde den Frauen „gegeben, was ihnen bis dahin zu Unrecht vorenthalten worden ist."

Die Grünen erinnern daran, dass das Frauenwahlrecht, das heute selbstverständlich erscheint, hart erkämpft werden musste. So wurde Frauen jahrhundertelang etwa verminderte Intelligenz und durch ihre Gebärfähigkeit eine "natürliche" Bestimmung für den privaten, scheinbar politikfernen Bereich zugeschrieben.

Trotz der formalen Gleichberechtigung, auch im Grundgesetz, stoßen Frauen selbst fast 100 Jahre nach Einführung des Frauenwahlrechts immer noch an eine „gläserne Decke“, stellt Marlene Schönberger, frauenpolitische Sprecherin der Landkreisgrünen fest. Sie sind in gesellschaftlichen Führungspositionen in Politik, Wissenschaft und Wirtschaft nach wie vor unterrepräsentiert.
Der grüne Kreisvorstand befürchtet angesichts des Frauenanteils im neu konstituierten Bundestag gesellschaftliche Rückschritte. Marlene Schönberger betont: „Der neu gewählte Bundestag ist deutlich konservativer und rechter als die vorangegangenen. Viele der neuen Abgeordneten vertreten ein veraltetes und diskriminierendes Frauenbild. Der Frauenanteil im neuen Bundestag liegt bei 31 Prozent, so gering wie zuletzt vor 19 Jahren. Auch das ist ein Symptom des gesellschaftlichen Rechtsrucks“.

Die Kreissprecherin, Petra Seifert, fügt hinzu: „Die Grüne Bundestagsfraktion, 58 Prozent davon sind Frauen, zeigt die Wirksamkeit einer verbindlichen Frauenquote und einer Atmosphäre der Gleichstellung, wie wir Grüne sie als feministische Partei haben“.

Anmerkung der Redaktion: Die Frauenquoten sind ja auch in den lokalen und regionalen Parlamenten deutlich unterrepräsentiert: So bei den Landräten, stellvertretenden Landräten, bei den Oberbürgermeistern oder den stellvertretenden Bürgermeistern, z.B. in Landshut (noch nie eine Frau). Die Positionen der 1. Bürgemeister in den 35 Landkreisgemeinden sind klar von Männern dominiert, ebenso die Gemeinderäte, Kreisräte, Bezirksrate. Auch die gut dotierten Positionen der leitenden Angestellten in den Stadt- und Kreisvewaltungen sind von Männern beherrscht. /hs 

 Im Bidl von links Schatzmeister Emil Kühn, frauenpolitische Sprecherin Marlene Schönberger, Vorstandssprecher Frank Steinberger

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