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OB-Kandidat Tilman von Kuepach über die Altstadt, die Moserbräu-Sanierung und einen möglichen Burgaufzug

Tilman von Kuepach

Landshut - pm (09.09.2029) - Der Straßenzug der „Altstadt“ ist etwas ganz Besonderes, was ja auch begeisterte Kulturbanausen aus Amerika mit „great“ umschreiben. Wir die Fraktion der Landshuter Mitte im Stadtrat, aus Claudia Zehentbauer, Dr. Maria Fick, Hans-Peter Summer, Dr. Thomas Küffner und Tilman v. Kuepach wissen auch um die Einmaligkeit unsrer Altstadt und wollen immer wieder auf die Gefahren hinweisen, die durch leichtfertigen Umgang mit der historischen Substanz entstehen. Es sind auch eine Vielzahl von Häusern kaputtsaniert worden. 

Umso löblicher sind dementsprechend die Aktivitäten, die Häuser so zu erhalten, wie sie auf uns gekommen sind. Denkmalschutz bedeutet keinesfalls, dass Zentralheizungen und Isolierglasfenster nicht möglich sind, Weder wir noch der Denkmalschutz will menschenfreie Museen, sondern Häuser, die in der Innenstadt mit modernem Komfort am besten bis unter das Dach bewohnt sind. Dass das geht, haben gerade in letzter Zeit einige engagierte Hausbesitzer bewiesen die zum Teil auch am Sonntag (08.09.) ihre Schätze dem Publikum präsentieren konnten.

Immer wieder werden durch Sanierungsarbeiten auch schlummernde oder vergessene Details zum Vorschein gebracht, mit denen keiner gerechnet hat. Aber heute geht es noch um etwas mehr. Einer, der meines Erachtens besten Architekten der Stadt hat mich auf etwas ganz besonderes im Straßenzug der Altstadt hingewiesen, was momentan eigentlich auch nicht erlebbar ist, aber in einer Sanierungsmaßnahme herausgearbeitet werden muss. Die Altstadt wird am unteren Ende durch den Isarfluss und am anderen oberen Ende durch den Berg begrenzt. Berg und Wasser in unmittelbarer Nähe, verbunden durch die geniale Anlage der Straße in einem eleganten Bogen, ist in der Anlage sogar einzigartig.

In Salzburg ist die Lage zwar ähnlich, aber durch das Gassengewirr und unzählige Bauten in klein-klein der Gegensatz nur aus der Ferne erkennbar. Nun soll der Moserbräu saniert werden, was den Eigentümer ehrt, der überdies einen Architekten gewinnen konnte, der nicht nur das Haus, sondern zusätzlich den Bergfuß und die Freiflächen in ein Gesamtkonzept einbindet. Der Wermutstropfen, dass in den Berg Terrassenwohnungen und die obligate Tiefgarage hineingebohrt werden, ist sicher dem Mammon geschuldet, aber umsonst gibt es auch nichts, auch keine Sanierung.

Landshut typisch wird aber am Dreifaltigkeitsplatz, der als Ausfahrt der Tiefgarage die Autos ausspucken wird, keine ordnenden Überlegungen angestellt, sondern erst nachdem das Objekt fertiggestellt ist, mit der Planung des Platzes begonnen. Da auch ein Trafo der Stadtwerke im Wege ist, muss dieser nach innen verlegt werden, was ebenfalls einen Haufen Platz in Anspruch nimmt. Die Tiefgarage, die weit in den Berg hineingreift, wäre aber die Chance, dass Landshut doch noch zu einem Burgaufzug kommen kann. Das muss ja nicht gleich sein, das kann in Jahrzehnten passieren, der Raum, einen Stollen weitertreiben zu  können, muss aber unbedingt freigehalten werden. Auf den Aufzug beispielweise in Graz zur Burg sei verwiesen.

Die untere Altstadt, die sich zum Wasser öffnet, ist leider durch die Fahrradunterquerung wie abgeschnitten. Heute würde man sicher die Räder nicht mehr in den Untergrund verbannen, sondern zumindest höhengleich anordnen, was auch nach der weitgehenden Verkehrsberuhigung der Altstadt
durch die Fußgängerzone auch leicht möglich wäre. Hilft nichts, die Unterführung ist da und der Beton sieht nach langer Lebensdauer aus.

Der Postplatz mit den wenigen und schlecht organisierten Parkplätzen bedarf eindeutig der Überarbeitung um die Isar in die Stadt zu holen, was aufgrund der Aufstausituation vor dem Maxwehr mit dem ruhigen Wasser auch eine einmalige Chance eröffnete, wenn man sie denn nutzte.

Uns schließlich das neue Pflaster. Klar ist, dass Rollstuhlfahrer, die Fußgängerzone nur mit brachialer Gewalt queren können, klar kostet der Austausch der Steine ein Vermögen, klar ist aber auch, dass der gescholtene und bucklige Granitgroßkopf, der jetzt da ist, aber in der Fläche lebt. Ob dies ein glatter Stein auch kann, und ob die Altstadt dann zum Pflastersee degradiert wird, ist eher wahrscheinlich. Die Landshuter Mitte bleibt hier dran.

gez.

Tilmann von Kuepach

Stadtrat - OB-Kandidat (Landshuter Mitte)

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