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Artenschutz braucht mehr als Naturkosmetik: Begrünte Bushäuschen ersetzen keine Ochsenau

ÖDP Artenschutz Insel

Artenschutz interessiert die Bürger: Volles ÖDP-Haus im Gasthaus Zur Insel. - Fotos: W. Götz

Landshut - gw (26.07.2019) Das Gesetz zum Artenschutz in Bayern ist Realität. Doch wie geht es weiter? Dazu gab es am gestrigen Donnerstag im Gasthaus „Zur Insel“ eine hochdekorierte Dialogveranstaltung der ÖDP. Bienenretterin Agnes Becker und Entomologe (Insektenforscher) Dr. Andreas Segerer plädierten leidenschaftlich dafür „die Erde für die Kinder und Enkel ins Lot zu bringen“. Angesprochen wurde auch die Bebauung der Ochsenau. Beide rieten eindringlich, davon abzusehen.

Über 70 Besucher quer durch alle Generationen konnte Dr. Stefan Müller-Kroeling, OB-Kandidat der ÖDP, im Wintergarten auf der Insel begrüßen. Aus Passau reiste Agnes Becker, die Initiatorin des Volksbegehrens Artenschutz an. Als weiteren Referenten konnten die beiden Stadträtinnen der ÖDP, Elke März-Granda und Christine Ackermann, Dr. Andreas Segerer von der Zoologischen Staatssammlung in München gewinnen.

Andreas Segerer erklärte: „Das Artensterben ist nicht vom Himmel gefallen, es gibt es schon seit 200 Jahren“. Den Grund dafür liegt in der damals beginnenden Industrialisierung und den damit verbundenen Eingriffen in die Natur. Daher war es gut, dass es das Volksbegehren gab, so Segerer. ¾ aller vorkommenden Arten sind Insekten, die Hälfte davon steht auf der Roten Liste. Der Experte für Schmetterlinge führte konkrete Zahlen hinzu. 3.300 Falterarten gibt es in Bayern, 19 Prozent davon gelten in Niederbayern als ausgestorben.

ÖDP Artenschutz Dr Andreas Segerer

Wissenschaftler Dr. Andreas Segerer warnt vor den rasanten Insektensterben und fordert den Stopp von chemischen Keulen in der Landwirtschaft.

"Das Artensterben war noch nie so rasant wie heute", mahnte Segerer. Während in frühen Zeiten Meteoriteneinschläge die Artenvielfalt vernichteten, ist heute der Fußabdruck des Menschen dafür verantwortlich. Gründe dafür gibt es zuhauf: Flächenfraß, Überdüngung, Klimawandel und viele mehr. Und es liegt daran, dass die Bewirtschaftung der Erde nicht mehr nachhaltig erfolgt. Dem Planeten wird heute das 1,7fache seiner Leistungsfähigkeit abverlangt, auf Deutschland bezogen sogar das 3,2fache. Segerer verglich das Übel mit einem Bankkonto, von den täglich mehr abgehoben, als eingezahlt wird. Irgendwann folgt der Bankrott des Systems.

An drei Bespielen erläuterte Dr. Andreas Segerer, welche Bedeutung Insekten für das System Erde haben: Sie bestäuben Pflanzen, sind als Kot- und Aasfresser quasi eine Gesundheitspolizei und stellen eine wichtige Nahrungsquelle für andere Arten dar.

Insbesondere macht den Insekten die chemische Belastung der Umwelt zu schaffen. Überdüngung, Kunstdünger, Gülle, Stickoxid und Ammoniak. Die meisten dieser Stoffe gelangen durch die industrielle Landwirtschaft und den Autoverkehr in die Umwelt. Zusätzlich kommt das Problem der synthetisch hergestellten Pestizide und Neonikotinoide (stören Nervenzellen von Insekten) hinzu. Deutlich forderte Dr. Andreas Segerer diese Stoffe, zu denen auch Glyphosat gehört, zu verbieten.

Agnes Becker, die heute als die oberste Bienenretterin Bayerns gilt, ließ wichtige Eckpunkte des Volksbegehrens Revue passieren. Die Biene wurde dabei zum Sympathieträger und zur Symbolfigur gegen das Artensterben. Innerhalb kürzester Zeit wurden in Bayern Aktionsgruppen gebildet, die das Begehren mit Unterschriftensammlungen unterstützten. Dann kam der Anruf aus dem Innenministerium, dass das Volksbegehren zugelassen wird.

ÖDP Artenschutz Agnes Becker

Bayerns "Bienenkönigin" Agnes Becker: Flächenfraß, Pestizide, Bodenerosion bekämpfen.

Agnes Becker krempelte mit all ihren Unterstützern die Ärmel hoch und schaffte, was sie selbst zuvor nie geglaubt hätte. 18,4 Prozent der Wahlberechtigten in Bayern gingen zum Eintragen ins Rathaus. In Summe ergab das 1,741 Millionen Unterschriften. Das erfolgreichste Volksbegehren aller Zeiten konnte dann auch Ministerpräsident Dr. Markus Söder nicht links liegen lassen. Die Staatsregierung nahm nach den Verhandlungen am Runden Tisch den Gesetzentwurf an.

Für Agnes Becker, die selbst eine kleine Landwirtschaft betreibt, und die ÖDP war klar, wer die Hauptverursacher des Artenschwunds sind. Die Motivation war, diese Verursacher zu bekämpfen: Flächenfraß, Pestizide, Bodenerosion... „Wir wollten dem Staat ein Ziel setzen, bis 2030 die Lage zu verbessern. Zum Beispiel in dem die Landwirtschaft zum ökologischen Landbau motiviert wird. Dazu gehört auch ein Signal von Bayern nach Brüssel die Subventionen für die Landwirtschaft zu ändern. Diese solle nicht nach Fläche sondern nach ökologischen Gesichtspunkten verteilt werden.

So sieht Agnes Becker des Volksbegehren als ein riesiges Investitionsprogramm für die Landwirtschaft. Der Freistaat habe bereits 75 Millionen Euro zum „Umdenken“ bereitgestellt. Alois Glück (CSU) sagte zu Agnes Becker in einem Vieraugengespräch: „Die wichtigen Veränderungen kommen in der Gesellschaft von unten.“

Nun gibt es viel zu tun: Die Lichtverschmutzung einzudämmen, Gewässerrandstreifen anlegen, die Bildungspolitik verbessern, Biotope vernetzen und vieles mehr. Die Staatsregierung hat die Aufgabe, über das Erreichte einmal jährlich zu berichten. Dank des sogenannten Begleitgesetzes bleiben genetisch veränderte Pflanzen in Bayern ein Tabu und die Staatsregierung will klimaneutral werden. Die nächste Aufgabe sieht Agnes Becker darin, diese Ziele auch auf europäischer Ebene zu erreichen.

ÖDP Artenschutz Segere Becker Kroehling

Dr. Andreas Segerer, Agnes Becker und Dr. Stefan Müller-Kroehling hatten vor der Veranstaltung die Ochsenau besucht: Ein Schmuckkästchen der Natur.

„Wird jetzt alles Gut? Was ist zu tun?“ Für Dr. Andreas Segerer hilft es jedenfalls nicht weiter „Naturkosmetik“ zu betreiben, wie etwas mit der Dachbegrünung die kürzlich eine Partei in Landshut forderte. Vielmehr dürfe ein Schmuckkästchen der Natur, wie die Ochsenau eines darstellt, nicht bebaut werden. So haben es auch die Kommunen selbst in der Hand, Maßnahmen gegen das Artensterben zu ergreifen. „Es kommt darauf an, wie sie mit ihren Flächen umgehen“, so Dr. Andreas Segerer.

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