
Bei der Spatenprobe: Susanne Fischer und Tochter Theresa vom Bioland-Hof Fischer-Ittlinger mit Podcasterin Sarah Weiß - Foto: Sigi Hagl
Haidlfing - pm (22.04.2026) Ein Spatenstich – und plötzlich wird sichtbar, was sonst verborgen bleibt: krümelige Erde, feine Wurzeln, Regenwurmgänge. Was hier unscheinbar wirkt, ist in Wahrheit ein hochaktives Ökosystem – der Boden. Genau hier setzt die neue Folge des Podcasts an. Podcasterin Sarah Weiß ist der Frage nachgegangen, was der Ökolandbau für Klima und Umwelt leistet, und hat dafür kürzlich den Bioland-Hof Fischer-Ittlinger in Haidlfing besucht.
Der Betrieb von Susanne Fischer ist vielseitig aufgestellt. Gemeinsam mit ihrer Familie bewirtschaftet sie die Flächen ökologisch nach den Richtlinien des Bioland-Verbandes. Neben Ackerbau gehören auch ein Sägewerk, eine Imkerei und eine Zentrofan-Mühle dazu. Dort wird das Getreide aus eigenem Anbau verarbeitet – im Hofladen gibt es daraus unter anderem hausgemachte Nudeln.
Die heimlichen Stars: Regenwürmer
„Unsere wichtigsten Mitarbeiter sieht man meistens gar nicht“, sagt Landwirtin Susanne Fischer und lächelt. Gemeint sind die Regenwürmer. Sie lockern den Boden, zersetzen Pflanzenreste und schaffen die Grundlage für fruchtbare Erde. Ohne sie – keine lockere Struktur, keine gesunden Pflanzen.
Tochter Theresa, die neben ihrem Studium in Weihenstephan aktiv am Hof mitarbeitet, zeigt bei einer Spatenprobe, was das konkret bedeutet. Rund 30 Zentimeter tief geht es in den Boden – und schon offenbart sich ein kleines Wunder: gut durchwurzelte Erde, zahlreiche Regenwurmgänge und eine lockere, krümelige Struktur – ideale Bedingungen für gesundes Pflanzenwachstum. „Wenn man daran riecht, hat die Erde einen angenehmen, frischen Geruch – ein bisschen wie Waldboden“, beschreibt Susanne Fischer. Ein Zeichen für aktives Bodenleben und guten Humus. Dieser ist für die Landwirtschaft unverzichtbar: „Er speichert Nährstoffe und Wasser – das ist für die Pflanzen enorm wichtig“, ergänzt Theresa.
Seit über einem Jahrzehnt arbeitet die Familie intensiv daran, den Humusgehalt zu steigern – mit durchdachten Fruchtfolgen, Zwischenfrüchten und sogenannten Untersaaten, also Pflanzen, die bereits unter der Hauptkultur wachsen und später deren Rolle übernehmen.
Bio als aktiver Beitrag zum Klimaschutz
Ein zentrales Thema der Podcastfolge ist auch der Umgang mit zunehmenden Wetterextremen. Ob Starkregen oder Trockenperioden – ein gesunder Boden kann beides besser abpuffern. Pflanzenwurzeln, Regenwurmgänge und eine dauerhafte Bodenbedeckung erhöhen die Wasseraufnahmefähigkeit und schützen so vor Erosion.
„Das ist unsere Lebensgrundlage“, sagt Susanne Fischer. „Wenn die verloren geht, haben wir ein echtes Problem“, betont Susanne Fischer. Umso wichtiger sei es, auf nachhaltige Bewirtschaftung zu setzen und Bodenverdichtungen zu vermeiden – etwa durch angepassten Reifendruck bei landwirtschaftlichen Maschinen.
Dabei bleibt trotz aller Erfahrung ein großer Respekt vor der Natur: Milliarden von Mikroorganismen arbeiten im Boden zusammen – unsichtbar, aber unverzichtbar. „Wir können nur die richtigen Bedingungen schaffen, den Rest macht die Natur.“
Mit viel Fachwissen, Leidenschaft und einem Gespür für die Natur zeigt der Biohof Fischer-Ittlinger eindrucksvoll, wie nachhaltige Landwirtschaft vor Ort funktioniert – und warum ein gesunder Boden die Grundlage für alles ist.
Die Aufnahmen in Haidlfing sind Teil einer Reihe, die gemeinsam mit TAGWERK und Bioland Bayern entstanden ist. Ziel ist es, hinter die Kulissen zu schauen – und hörbar zu machen, was Bio wirklich bedeutet.

