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Blüte, Trockenheit und Forschung – spannende Zeiten für den Obstbau

Baumwarte beim Veredeln

Die Obstplantagen des Lehr- und Beispielsbetriebs für Obstbau Deutenkofen stehen in voller Blüte. Einen Einblick für Interessierte gibt es beim Blütenfest in Deutenkofen am kommenden Sonntag.

Deutenkofen - pm (22.04.2026) Nicht nur zur Blütezeit geht es am Lehr- und Beispielsbetrieb für Obstbau Deutenkofen rund. Obstbaumeister Hans Göding und sein Team sind das ganze Jahr über im Dauereinsatz – für die Forschung, die Lehre und den Betrieb selbst. Am kommenden Sonntag, 26. April, ab 11 Uhr, lädt der vom Bezirk Niederbayern getragene Betrieb zum Blütenfest nach Deutenkofen ein. Mit dieser Veranstaltung absolviert das Team bereits seinen 50. Termin in diesem Jahr.

Gute Aussichten trotz Witterungskapriolen

Die diesjährige Obstblüte macht den Fachleuten Hoffnung: Nach der Obstschwemme 2024 und der schwächeren Ernte 2025 ist die Ansatzbereitschaft der Bäume grundsätzlich gut. Entscheidend ist dabei nicht, ob ein Baum weiß oder rosa blüht – ausschlaggebend sind die Versorgung der Blütenknospen und der Hormonspiegel. Ein weiterer Pluspunkt in dieser Saison: Die Blätter sind bereits weit entwickelt und können über die laufende Photosynthese genügend Energie und Nährstoffe liefern, um die gerade entstehenden Früchte optimal zu versorgen. Die vielen kühlen Nächte der vergangenen Wochen, meist knapp über dem Gefrierpunkt, haben den Austrieb verzögert – und damit das Spätfrostrisiko deutlich gesenkt.

Wasserdefizit als größte Herausforderung

Weniger positiv sieht die Niederschlagsbilanz aus: Am Standort Deutenkofen fehlte 2025 bereits rund ein Drittel der üblichen Regenmenge – und der bisherige Verlauf 2026 ist noch dürftiger. Der Bezirk Niederbayern hat daher in ein Auffangbecken für Regenwasser investiert, um ressourcenschonend gegenzusteuern. Stefan Zehentbauer vom Beispielsbetrieb macht aber auch deutlich: „Bewässerung ersetzt keinen natürlichen Niederschlag.“ Er appelliert an das Verbraucherbewusstsein: Nur rund 18 Prozent des in Deutschland verzehrten Obstes stammen aus heimischer Erzeugung. Regionale Produkte zu kaufen, heiße auch, Wasser zu schützen – denn Importobst werde häufig unter weitaus wasserintensiveren Bedingungen erzeugt.

Forschung für den Obstbau der Zukunft: Projekt „Resi-Obst“

Seit dem Spatenstich durch Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich im Dezember 2025 wachsen auf der Versuchsfläche in Deutenkofen fünf Apfelsorten auf vier verschiedenen Veredelungsunterlagen und in zwei Erziehungssystemen heran. Das bayerische Forschungsprojekt „Resi-Obst – Resiliente Anbausysteme für den Obstbau in Bayern“ zielt darauf ab, den Apfelanbau klimafest zu machen: robustere Sorten, bessere Wassernutzung, weniger Pflanzenschutzmittel.

Ein zentrales Thema dabei sind sogenannte Mehrachssysteme – Bäume, die mit mehreren Stämmen erzogen werden. In Deutenkofen laufen dazu bereits seit 20 Jahren Versuche, die heute selbst die führende Fachzeitschrift „European Fruit Magazine“ beschäftigen. Der Vorteil: stärkerwüchsige Unterlagen mit besserer Wasserversorgung und längerer Lebensdauer lassen sich so nutzen – und die schlanken Silhouetten der Bäume ermöglichen künftig auch den Einsatz digitaler und automatisierter Technik.

Unter einer der ersten AgriPV-Anlagen Bayerns wachsen in Deutenkofen außerdem Apfelbäume, die mit rund 50 Prozent weniger Licht auskommen müssen. Heuer erreichen sie ihre Endgröße – ein erster echter Praxistest für die gewählten Sorten unter realen Bedingungen.

Lehre und Ausbildung: Deutenkofen als Lernort

Neben der Forschung bleibt die Ausbildung das Herzstück des Betriebs. Praxisschnittkurse und die mittlerweile im elften Jahrgang laufende Baumwartausbildung sind regelmäßig ausgebucht. Zuletzt durften die Kursteilnehmer die bekannte Streuobstwiese des Klosters Seligenthal in Wörnstorf bei Altfraunhofen pflegen. Betriebsleiter Hans Göding beschreibt seinen Alltag mit einem Schmunzeln: „Gerade die Tage mit zwei oder drei parallelen Terminen sind schon anstrengend. Gleichzeitig sollten schließlich auch die eigenen Pflanzungen in Schuss gehalten werden. Aber die Zufriedenheit überwiegt: Deutenkofen lebt!“

Einladung zum Blütenfest am 26. April

Beim Blütenfest am Sonntag, 26. April, ab 11 Uhr, können Besucherinnen und Besucher bei zwei Führungen einen Blick hinter die Kulissen der Versuchsarbeit werfen. Neben vielen spannenden Informationen kommt das Vergnügen nicht zu kurz - für das leibliche Wohl sorgt das Festwirts-Team um Bernhard Hatl Roider.

Fotos: Lehr- und Beispielsbetrieb für Obstbau Deutenkofen (Baumwarte) und Bezirk Niederbayern, Archiv

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