Der Vergleich zwischen dem realisierten Projekt am Landratsamt und der angedachten Tiefgarage in der Neustadt ist hochinteressant und sollte auch Laien darüber ins Grübeln bringen, inwieweit der in den Raum gestellte Kostenrahmen realistisch sein kann. Die Herstellung eines Stellplatzes kostete in der Tiefgarage beim Landratsamt ca. 30.000 €. Dort gab es keine unmittelbar angrenzende historische Bausubstanz, man musste nicht das gesamte Leitungsnetz hin- und herverlegen (inkl. einer eben neu verlegten Fernwärmeleitung) - man befand sich nicht im Grundwasser und brauchte dementsprechend keine auftriebsgesicherte HDI-Sohle (die Kosten dafür alleine schätze ich auf 15.000 - 20.000 € je Stellplatz). Die gesamte Baustellenlogistik müsste unter extrem beengten, erschwerten Bedingungen abgewickelt werden ….u.v.m. Und dann noch der entscheidende Unterschied: Ein privater Investor wird sich nur dann finden, wenn er Gewinne erwirtschaften kann. Die sind vielleicht möglich - trotz aller technischen Schwierigkeiten - allerdings müssten dann wohl die Stellplatzgebühren bei 10-15 € in der Stunde liegen. Die Akzeptanz einer solchen Tiefgarage kann man sich ausmalen. Aber selbst wenn das alles nicht entscheidend wäre, stellt sich noch eine ganz wesentliche Frage: Wie kann man sich die Herstellung der von Gehweg zu Gehweg reichenden Tiefgarage mitten in der Neustadt vorstellen, ohne dass über einen Zeitraum von 2-3 Jahren die Durchfahrt komplett gesperrt würde und die Parkplätze wegfielen? Die Folgen für Wohnende, Arbeitende und Gewerbetreibende in der gesamten Innenstadt wären fatal. - Freundliche Grüße, Alexander Putz

