
v. l.: Elke März-Granda, Anja Helmbrecht-Schaar und Heiko Helmbrecht
Landshut – pm (17.06.2026) Bereits vor einem Jahr hat die ÖDP Landshut nach dem Hitze-Check der Deutschen Umwelthilfe (DUH) eindringlich vor den Folgen zunehmender Sommerhitze gewarnt. Damals erhielt Landshut aufgrund der erheblichen Hitzebelastung der Bevölkerung die „Gelbe Karte“. Auch in diesem Jahr fällt das Fazit des auf wissenschaftlichen Daten beruhenden Hitze-Checks ernüchternd aus.
Besonders beunruhigend ist die überdurchschnittliche Zunahme der Flächenversiegelung seit 2018. Es wurden mehr Böden betoniert oder asphaltiert, wodurch Wasser nicht mehr versickern kann und sich die Umgebungstemperatur stark aufheizt.
Eine Verschlechterung gegenüber dem Vorjahr weist auch der Hitzebetroffenheitsindex auf,
d.h. immer mehr Menschen leiden in Landshut unter extremer Hitzebelastung. Bereits 2025 zeigte der Hitze-Check, dass rund 36 Prozent der Bevölkerung stark von Hitze betroffen sind, besonders in Innenstadt, Nikolaviertel und Industriegebiet.
Kritisch ist der geringe Beschirmungsgrad, also der klimawirksame Baumbestand auf dem Stadtgebiet von circa 22 Prozent. Nicht einmal ein Viertel der bebauten Fläche (Straßen, Plätze, Wohngebiete) wird durch Baumkronen vor Hitze geschützt. Damit sind fast 78 Prozent der Stadtfläche der Sonne im Sommer schutzlos ausgeliefert. Besonders alarmierend ist, dass Landshut laut DUH seit 2018 rund 1.500 Stadtbäume verloren hat. „Während über Klimaanpassung gesprochen wird, verschwinden Jahr für Jahr genau jene Strukturen, die Schatten spenden und die Luft kühlen“, erklärte Stadträtin Elke März-Granda. Stadtrat Heiko Helmbrecht ergänzte: „Gerade ältere Bäume können nicht schnell ersetzt werden, denn ihre Kühlleistung, Verdunstungswirkung und Beschattung entstehen über Jahrzehnte. Wer heute einen alten Baum fällt und morgen einen jungen pflanzt, hat das Hitzeproblem nicht gelöst.“
„Zu viel Beton, zu wenig Schatten und zu wenig Tempo bei der Klimaanpassung – das bleibt das Grundproblem“, so Vorstandsmitglied Anja Helmbrecht-Schaar.
Der Hitze-Check zeigt deutlich, dass punktuelle Maßnahmen nicht ausreichen. Die ÖDP fordert daher. spürbare Entsiegelungen und Begrünungen, einen besseren Schutz alter Bäume, Trinkwasserbrunnen, „Kühle Orte“ und verpflichtende Klimaschutzmaßnahmen bei jedem neuen Bauvorhaben und Bebauungsplan.
Der Hitze-Check ist für die ÖDP kein Statistikbericht, sondern ein Handlungsauftrag an die Stadtverwaltung und den Stadtrat.

