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Staatssekretärin Hagl-Kehl und MdL Müller im Gespräch über Fördermöglichkeiten zur Sanierung des Stadttheaters

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Von links Stefan Tilch (Intendant Landestheater Niederbayern), Ruth Müller (MdL), Rudi Senff (Geschäftsführer Landestheater Niederbayern), Rita Hagl-Kehl (MdB und parlamentarische Staatssekretärin), Patricia Steinberger (SPD Stadträtin)

Niederbayer - pm (03-02-2021) „Ich fahre heute ins Theater – Mit dieser Aussage erntet man aktuell irritierte Gesichter, was einem erst so richtig deutlich macht, wie lange die Kulturbranche nun bereits auf dem Trockenen sitzt“, eröffnet die Landshuter Landtagsabgeordnete Ruth Müller das Gespräch um die dringend notwendige Sanierung des Stadttheaters der Regierungshauptstadt Niederbayerns.

Kreativ wie die Kulturbranche ist, hat sich auch Intendant Stefan Tilch mit seinem Team eine Zwischenlösung einfallen lassen: „Die Option, dass es uns nicht gibt, gibt es nicht“, macht der Kulturschaffende klar. Seit dem 4. Dezember letzten Jahres streamt das Landestheater Niederbayern daher seine Vorstellungen für ein digitales Publikum und hat dafür mittlerweile fast 20.000 Clicks geerntet. „Wir proben durchgehend und nehmen die Vorstellung anschließend für den Online-Stream auf“, so Tilch. Daher sei das Landestheater Niederbayern jederzeit bereit, loszulegen, wenn der Vorhang wieder aufgehen darf. Vielen Menschen fehle der regelmäßige Theaterbesuch, Kultur sei für viele wie ein Lebensmittel, ein Grundbedürfnis, macht Tilch im Beisein von Geschäftsführer Rudi Senff und Stadträtin Patricia Steinberger den Politikerinnen deutlich. Die Idee, Videostreams nach dem Lockdown auch weiterhin anzubieten, unterstützt auch Ruth Müller: „Es wäre schade, alles wieder einzustellen, sobald normaler Theaterbetrieb möglich ist, da die Option des Streamens unabhängig vom Wohnort und dem Geldbeutel ganz neue Zielgruppen erschließt“.

Die gesellschaftliche Bedeutung der Kulturbranche hat mittlerweile auch nahezu einheitlich der Landshuter Bildungs- und Kultursenat erkannt. Daher setzt sich dieser dafür ein, dass die entsprechenden Mittel in den Haushalt für 2021 eingestellt werden. 75 Prozent der förderfähigen Kosten werden vom Freistaat übernommen, was auch Ruth Müller auf Nachfrage noch einmal versichern konnte. Außerdem hofft man auf weitere Fördermittel vom Bund aus dem Bundesprogramm Nationale Projekte des Städtebaus. Würde die Bundesregierung zur Sanierung des Theaters ebenfalls noch beitragen, könne die Stadt die restlichen Mittel kaum mehr verweigern, sind sich alle Gesprächsteilnehmer einig. Trotz der wirtschaftlich suboptimalen Ausgangssituation angesichts der Pandemie müsse man langfristig denken, so Ruth Müller. Die Investition würde über mehrere Jahre verteilt fällig werden und sich durch die Schaffung neuer Arbeitsplätze und die Wiederbelebung der Stadtkerns rund um den Bernlochner-Komplex mit Gastronomie und Tourismus auf lange Sicht profitabel auf die Stadt auswirken, ist sich die Politikerin sicher.

„Landshut ist die Regierungshauptstadt Niederbayerns. Es wäre nicht nur bedauerlich, sondern regelrecht beschämend, wenn diese keine Theater mehr vorweisen könnte“, findet Stadträtin Patricia Steinberger klare Worte für die kulturelle Verantwortung der Stadt. Es stehe viel mehr als nur der Standort Landshut auf dem Spiel, so Stefan Tilch und Rudi Senff. Das Landestheater Niederbayern hat mit Straubing und Passau zwei weitere Standorte, mit Landshut jedoch stehe und falle alles. „Gerade deshalb würden uns positive Signale aus Berlin in der aktuellen Situation sehr helfen“, so Stefan Tilch. Die Bundestagsabgeordnete und parlamentarische Staatssekretärin Rita Hagl-Kehl will sich selbst in Berlin nach dem aktuellen Stand der Bewerbung im Bundesprogramm Nationale Projekte des Städtebaus erkundigen und außerdem noch Informationen einholen, für welche Fördermittel des Bundes die notwendige Sanierung des Landshuter Stadttheaters noch infrage kommen würde. „Gerade angesichts der aktuellen Notlage der gesamten Branche ist die Stimmung pro Kultur in Berlin gerade sehr gut, daher werde ich mich bei meinen Kollegen im Kulturausschuss für das Landestheater einsetzen“, verspricht die parlamentarische Staatssekretärin, damit Landshut nicht nur als Regierungs- sondern auch als Kulturhauptstadt Niederbayerns bezeichnet werden kann.

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