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Hochschule Landshut treibt regionalen Klimaschutz voran

AlFinaH Abb1Prof. Dr. Alexander Wallis, Prof. Dr. Diana Hehenberger-Risse, Shengjuan Wang und Prof. Dr. Tim Rödiger (v.l.) stellten das Projekt SuCCeCS bei den Energiegesprächen an der Hochschule LA vor. - Fotos Hochschule Landshut

Landshut - pm (27.04.2026) Im Rahmen von zwei Forschungsprojekten entwickeln Forschende der Hochschule Landshut praktikable Lösungen für klimaneutrale Hochschulen und nachhaltige Mobilität. Wie kann Klimaschutz im Alltag konkret funktionieren – an Hochschulen, in Unternehmen und im Alltag? Die zwei Forschungsprojekte AlFinaH und SuCCeCS an der Hochschule Landshut wollen Nachhaltigkeit messbar machen und zeigen konkrete Wege zum Klimaschutz auf. 

Denn sie setzen genau dort an, wo Nachhaltigkeit besonders wirksam werden kann: bei Gebäuden, in der Organisation und bei der Mobilität.

Klimaneutrale Hochschulen finanzierbar machenkk

Wenn Hochschulen ihre Gebäude, Infrastruktur und Abläufe klimafreundlicher gestalten wollen, stehen sie oftmals vor großen Herausforderungen: Denn energetische Sanierungen, modkerne Gebäudetechnik und nachhaltige Organisationsstrukturen sind notwendig – aber auch kostenintensiv. „Klimaneutralität ist damit nicht nur eine technische, sondern vor allem eine organisatorische und finanzielle Herausforderung“, fasst Prof. Dr. Diana Hehenberger-Risse, die Leiterin der beiden Projekte, die Problematik zusammen.

Prof. Dr. Diana Hehenberger-Risse (1. v. l.), Prof. Dr. Christiane Hellbach (2. v. l.) und Prof. Dr. Ulrich Müller-Steinfahrt (1. v. r.) beim Symposium „Nachhaltigkeit in der Wissenschaft“, das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt im März in Berlin veranstaltet wurde.

Mit dem Projekt „AlFinaH – Alternative Finanzierungs- und Betreibermodelle für nachhaltige, klimaneutrale Hochschulen“, das 2022 startete und Ende 2026 abgeschlossen wird, beschäftigt sich das Forschungsteam daher mit der Frage: Wie können Hochschulen trotz knapper öffentlicher Mittel langfristig klimaneutral werden? „Unser Ziel ist es, Lösungen zu entwickeln, die realistisch, sozial ausgewogen und langfristig tragfähig sind – und nicht an der Finanzierung scheitern“, erklärt Hehenberger-Risse. Dabei arbeitet die Hochschule Landshut im Verbund mit der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt (Prof. Dr. Ulrich Müller-Steinfart) sowie der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden (Prof. Dr. Christiane Hellbach) zusammen.

Nachhaltigkeitskompass zur Bewertung von Maßnahmen

Der Fokus der Forschenden liegt dabei einerseits auf einer klaren Umsetzungsstrategie mit praktikablen Managementsystemen und andererseits auf einer Bewertungsmatrix, mit deren Hilfe Maßnahmen nach Nachhaltigkeitsaspekten klar priorisiert werden können. Dabei werden sowohl ökologische als auch soziale und wirtschaftliche Aspekte betrachtet. So konzipiert das Team Werkzeuge, mit denen Hochschulen Maßnahmen zur Nachhaltigkeit besser planen und priorisieren können. „Am Ende entsteht ein Nachhaltigkeitskompass, der in seiner Art einzigartig ist“, betont die Projektleiterin. Denn er hilft Institutionen, die Nachhaltigkeitswirkung von einzelnen Maßnahmen auf die Sustainable Development Goals (d.h. die Ziele für nachhaltige Entwicklung) und die planetaren Grenzen zu bewerten.

Zudem entwickeln die Forschenden neue Finanzierungs- und Betreibermodelle, mit denen nachhaltige Hochschulen langfristig und sozial ausgewogen umgesetzt werden können. Anstatt diese Investitionen allein aus öffentlichen Haushalten zu finanzieren, untersucht das Projekt alternative Modelle, bei denen Staat, Wirtschaft und Gesellschaft gemeinsam Verantwortung übernehmen. Dazu gehören beispielsweise Fonds- oder Genossenschaftsmodelle sowie Kooperationen zwischen öffentlicher Hand und privaten Partnern. Die gewonnenen Erkenntnisse und Handlungsempfehlungen sollen nicht nur der Hochschule Landshut, sondern auch anderen Hochschulen und öffentlichen Einrichtungen als Orientierung dienen. Dabei zieht das Team schon jetzt folgendes Fazit: „Klimaneutrale Hochschulen können nur dann erfolgreich umgesetzt werden, wenn ökologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Aspekte gemeinsam betrachtet werden.“

Nachhaltige Mobilität belohnen

SuCCeCS Abb4Das Projekt SuCCeCS zielt darauf ab, klimafreundliche Mobilität mithilfe von Emissionszertifikaten attraktiver zu machen.

Mit einem weiteren zentralen Klimathema beschäftigt sich darüber hinaus das Projekt „SuCCeCS – Sustainable Carbon Certificates for Carpooling Solution“. Hier liegt der Fokus auf dem Bereich Mobilität. „Vor allem Pendelstreckenverursachen einen erheblichen Teil der CO₂-Emissionen von Unternehmen und Institutionen“, erklärt die Landshuter Professorin.

Im Rahmen des neuen Projekts, das im Januar 2026 startete und noch bis Juni 2027 läuft, entwickelt das Forscherteam daher eine digitale Plattform für den regionalen Handel mit Emissionszertifikaten, den sogenannten „Red-Reg-CO₂“-Zertifikaten.

Bild SuCCeCS Abb3Das Prinzip ist einfach: Wer klimafreundlich unterwegs ist – etwa durch Fahrgemeinschaften, die Nutzung von Bus und Bahn, dem Fahrrad oder anderen nachhaltigen Verkehrsmitteln – spart CO₂ ein. Diese Einsparungen werden berechnet, in regionale Zertifikate umgewandelt und digital handelbar gemacht.

Erprobung einer Plattform und Mitfahr-App

 Das Projekt SuCCeCS kooperiert mit bestehenden Mobilitätsanbietern wie Connect Mobility GmbH und deren Mitfahr-App „uRyde“, die klimafreundliche Mobilität bereits heute ermöglicht.

Unternehmen können diese Zertifikate nutzen, um ein nachhaltiges Mobilitätsverhalten ihrer Mitarbeitenden gezielt zu fördern – zum Beispiel über CO₂-basierte Mobilitätsbudgets oder finanzielle Anreize. Gleichzeitig bleiben die Effekte in der Region: Die Erlöse können wieder in umweltfreundliche Mobilitätsangebote investiert werden. Um Transparenz und Vertrauen zu gewährleisten, setzt SuCCeCS hierbei auf datenbasierte Verfahren, klare Zertifizierungsstandards sowie moderne Technologien wie Blockchain und Smart Contracts. „Dadurch ist jederzeit nachvollziehbar, wie Emissionseinsparungen entstehen und verwendet werden“, erklärt Prof. Dr. Alexander Wallis, der die informationstechnologischen Arbeitspakete an der Hochschule Landshut verantwortet. Erprobt wird die Plattform gemeinsam mit mehreren regionalen Unternehmen wie Flughafen München GmbH, Silver Atena GmbH, Sparkasse Landshut und ebm-papst Landshut GmbH. Zudem kooperiert das Projekt mit bestehenden Mobilitätsanbietern wie Connect Mobility GmbH und deren Mitfahr-App „uRyde“, die klimafreundliche Mobilität bereits heute ermöglicht. „Die App funktioniert ähnlich wie „Tinder“, nur eben dass passende Partner für Fahrgemeinschaften gesucht werden können, um Spritkosten und CO2-Emissionen zu reduzieren“, erklärt Hehenberger-Risse. „Hinzu kommt ein Gamification-Ansatz, der für die Nutzer und Nutzerinnen Anreize setzt, möglichst viel CO₂ einzusparen.“

Angewandte Forschung für konkrete, umsetzbare Lösungen

Mit den beiden Projekten verfolgt die Hochschule Landshut ein gemeinsames Ziel: Nachhaltigkeit soll nicht abstrakt bleiben, sondern konkret umsetzbar und alltagstauglich sein. Sowohl AlFinaH als auch SuCCeCS liefern Lösungen, die ökologische Verantwortung mit wirtschaftlicher Tragfähigkeit verbinden und direkt in die Praxis übertragbar sind. Damit leistet die Hochschule Landshut als Impulsgeberin einen wichtigen Beitrag zur regionalen und überregionalen Klimaschutzstrategie – und zeigt, wie angewandte Forschung helfen kann, große gesellschaftliche Herausforderungen in der Praxis zu bewältigen.

Fotos: Hochschule Landshut
(Frei zu Verwendung bei Angabe der Quelle)

Foto 1: Prof. Dr. Alexander Wallis, Prof. Dr. Diana Hehenberger-Risse, Shengjuan Wang und Prof. Dr. Tim Rödiger (v.l.) stellten das Projekt SuCCeCS bei den Energiegesprächen an der Hochschule Landshut vor.

Foto 2: Prof. Dr. Diana Hehenberger-Risse (1. v. l.), Prof. Dr. Christiane Hellbach (2. v. l.) und Prof. Dr. Ulrich Müller-Steinfahrt (1. v. r.) beim Symposium „Nachhaltigkeit in der Wissenschaft“, das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt im März in Berlin veranstaltet wurde.

Foto 3: Das Projekt SuCCeCS zielt darauf ab, klimafreundliche Mobilität mithilfe von Emissionszertifikaten attraktiver zu machen.

Foto 4: Das Projekt SuCCeCS kooperiert mit bestehenden Mobilitätsanbietern wie Connect Mobility GmbH und deren Mitfahr-App „uRyde“, die klimafreundliche Mobilität bereits heute ermöglicht.


Über die Hochschule Landshut:
Die Hochschule Landshut steht für exzellente Lehre, Weiterbildung und angewandte Forschung. Die sechs Fakultäten Betriebswirtschaft - Business School, Elektrotechnik und Wirtschaftsingenieurwesen, Informatik, Gesundheit Kommunikation Mensch-Technik-Interaktion, Maschinen- und Bauwesen sowie Soziale Arbeit bieten über 50 Studiengänge an. Das Angebot ist klar auf aktuelle und künftige Anforderungen des Arbeitsmarktes ausgerichtet. Die über 5.000 Studierenden profitieren vom Praxisbezug der Lehre, der individuellen Betreuung und der modernen technischen Ausstattung. Für Forschungseinrichtungen und Unternehmen bietet die Hochschule eine breite Palette an Projektthemen, die von wissenschaftlichen Fachkräften mit bestem Know-how betreut und umgesetzt werden. Rund 140 Professorinnen und Professoren nehmen Aufgaben in Lehre und Forschung wahr.

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