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Kürzungen bei der Asylverfahrensberatung ein teurer Fehler

Integration Asyl

v. l.: Referatsleiterin Migration und Integration Nika Krausnick, Verwaltungsleiterin Rosa Wichmann, Geschäftsführender Vorstand Josef Süß, MdB Marlene Schönberger, Integrationslotsin Marie Brink und der Leiter der Flüchtlings- und Integrationsberatung Stefan Pritscher

Berlin/Niederbayern - pm /03.08.2026) Die Bundestagsabgeordnete Marlene Schönberger tauschte sich in Dingolfing mit Nika Krausnick, Referatsleiterin Migration und Integration der Caritas der Diözese Regensburg, dem geschäftsführenden Vorstand der Caritas Dingolfing, Josef Süß, sowie weiteren Vertreter*innen der Caritas über die Bedeutung der Asylverfahrensberatung aus.

Im Mittelpunkt standen die aktuelle Situation der Beratungsangebote, die von der Bundesregierung geplanten Kürzungen und deren Folgen für Geflüchtete, Kommunen und Wohlfahrtsverbände.

Zu Beginn betonte Nika Krausnick die wichtige Rolle der behördenunabhängigen Asylverfahrensberatung (AVB): „Die AVB hilft geflüchteten Menschen, das deutsche Asylsystem zu verstehen und aktiv an ihrem Verfahren mitzuwirken. Das im geschützten Rahmen der Beratung aufgebaute Vertrauen trägt dazu bei, Missverständnisse und Fehler zu vermeiden und die Akzeptanz behördlicher Entscheidungen zu stärken.“ Umso bedauerlicher sei es, dass die AVB im niederbayerischen Ankerzentrum in der Erstaufnahmeeinrichtung Deggendorf bislang nicht eingeführt wurde. Durch die geplanten Kürzungen auf nur noch ein Fünftel der bisherigen Mittel ab 2027 werde sich daran nichts ändern – vielmehr seien selbst bestehende Angebote gefährdet.

Auch Marlene Schönberger kritisierte die angekündigten Einsparungen und wunderte sich sehr über das Vorgehen der Bundesregierung: „Im Koalitionsvertrag von Union und SPD wurde vereinbart, das Angebot ergebnisoffen zu evaluieren. Aber noch bevor das Ergebnis vorlag, hat Bundesinnenminister Dobrindt massive Einsparungen vorgeschlagen. Dieser Ablauf ist skurril.“

Inzwischen liegt die Evaluation öffentlich vor. Das Fazit: Das bundesweite Angebot der Asylverfahrensberatung funktioniert im Wesentlichen wie vorgesehen und erreicht eine erhebliche Zahl Schutzsuchender. „Dass die Fachleute die AVB grundsätzlich positiv bewerten, überrascht nicht – darüber herrschte bereits zuvor weitgehend Einigkeit. Gleichzeitig zeigt das Gutachten Verbesserungspotenzial, etwa bei der frühzeitigen Erreichbarkeit von Schutzsuchenden. Genau dort sollten wir ansetzen, um die Beratung weiterzuentwickeln und, wo möglich, effizienter zu gestalten – statt sie kaputtzusparen“, so Schönberger.

Die Einsparungen bei der Asylverfahrensberatung würden aus ihrer Sicht erhebliche Folgekosten verursachen: „Beratungen im Asylverfahren entlastet Kommunen, Behörden und Verwaltungsgerichte. Wenn Beratung gestrichen wird, verschwinden die Fragen und Probleme nicht – sie bleiben, nur ohne fachliche Begleitung. Eine solide Finanzierung ist daher im Interesse aller Beteiligten.“

In Dingolfing unterstützt die Caritas Menschen nicht aber nur bei Fragen zu Flucht und Asyl, sondern begleitet sie auch bei der Integration in den Alltag und ermöglicht gesellschaftliche Teilhabe, wie Vorstand Josef Süß betonte: „Unser Team in Dingolfing vereint Migrationsberatung für erwachsene Zugewanderte, Flüchtlings- und Integrationsberatung sowie den Integrationslotsendienst unter einem Dach und versucht ständig, auf die Bedarfe vor Ort zu reagieren.“ Zuletzt wurde sogar eine neue Außenstelle in Eggenfelden eröffnet.
„Die aktuell niedrigen Zugangszahlen verschaffen uns etwas Luft zum Durchatmen – aber die Arbeit ist deshalb keineswegs vorbei. Sie verlagert sich nun vom Krisenmanagement hin zur nachhaltigen Integrationsarbeit. Wer jetzt an der Beratung spart, verspielt die Chance, Menschen schnell in Ausbildung, Arbeit und unsere Gesellschaft einzubinden“, so Süß weiter.

Auch bei den Integrations- und Sprachkursen hatte die Bundesregierung Anfang des Jahres Einsparungen angekündigt. Schönberger bezeichnete die Kürzungspläne der Bundesregierung als „integrationspolitisches Desaster“. Insbesondere Sprachförderung sie ein wichtiger Schlüssel für gelungene Integration, gesellschaftliche Teilhabe und Fachkräftesicherung. “Dass bestimmte Gruppen faktisch von diesem Angebot ausgeschlossen werden, ist fatal”, so die Grünen Abgeordnete.
Rosa Wichmann, Verwaltungsleiterin der Caritas Dingolfing, ergänzte: „Unsere Integrationslotsen leisten gemeinsam mit den vielen Ehrenamtlichen Großartiges.” Aus ihrer Arbeit seien wertvolle Initiativen entstanden, die den Landkreis bereicherten. “Damit das so bleibt, brauchen wir verlässliche politische Rahmenbedingungen”, so der eindringliche Appel der Caritas an die Bundespolitik.

Bernhard Schindler Wolfgang Bosbach

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