
v. l.: MdL Mia Goller und MdB Marlene Schönberger
Niederbayern - pm (19.06.2026) Die Antwort auf eine Kleine Anfrage der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen zur sogenannten "Fulda-Runde" - den Finanzierungs- und Bauprogrammbesprechungen zwischen Bundesregierung und DB InfraGO zu laufenden Projekten des Bedarfsplans Schiene - offenbart ein alarmierendes Muster: Kein einziges Bahnprojekt, das seine aktuelle Planungsphase abgeschlossen hat, wird in die nächste Phase überführt, weitergeplant oder gebaut, stattdessen systematisch zurückgestellt.
Davon betroffen ist auch der Ausbau der Bahnstrecke Landshut-Plattling: Obwohl die Ausbau- und Modernisierungsmaßnahmen am Ende der Leistungsphase stehen, ist die weitere Finanzierung nicht gesichert. Die Projektteams werden abgezogen, die Planung eingestellt - eine bittere Nachricht für die Menschen vor Ort, die auf mehr Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und zusätzliche Zugverbindungen hoffen.
"Die Regierungskoalition ignoriert die Menschen, die täglich in überfüllten und verspäteten Zügen unterwegs sind", kritisiert Bundestagsabgeordnete Marlene Schönberger. "Während die deutsche Industrie bereits Produktion drosseln musste, weil der Bahnverkehr an seine Grenzen stößt, verschärft dieser Stillstand die Situation weiter. Es ist unverständlich, dass aus dem Sondervermögen von 400 Milliarden Euro kein einziger Cent für den Aus- und Neubau der Schiene vorgesehen ist, während Merz und Klingbeil lieber teure Wahlkampfgeschenke finanzieren."
Erstmals wurde kein einziges Bahnprojekt aus der "Fulda-Runde" in eine nächste Leistungsphase überführt. "Damit droht faktisch die vollständige Einstellung der weiteren Planung und des Baus vieler Projekte. Das bloße Pausieren ist mehr als ein zeitlicher Aufschub: Mit dem Abzug der Planungsteams geht wertvolles Fachwissen verloren, und eine spätere Wiederaufnahme würde mit erheblichem Mehraufwand verbunden sein", betont die Landtagsabgeordnete Mia Goller.
Ohne sofortige Investitionen werde der derzeitige Zustand aus unpünktlichen Zügen und einer durch Schwerlastverkehr überlasteten Straße zementiert, so die beiden niederbayerischen Abgeordneten weitet. Zudem drohten wirtschaftliche Folgeschäden, da Planungsteams der Deutschen Bahn aufgelöst und Bauunternehmen um zentrale Aufträge gebracht würden. Goller und Schönberger fordern daher: "Die Koalition im Bund muss die entstandenen Schäden im kommenden Bundeshaushalt korrigieren und alle für eine moderne Schiene notwendigen Vorhaben lückenlos finanzieren".

