MdL Mia Goller und ihre Grüne Landtagsfraktion fordern Roadmap für alternative Antriebe und energieautarke Bauernhöfe
München/Pfarrkirchen - pm (04.05.2026) Die Landwirtschaft wird immer wichtiger in ihrer Funktion als Erzeuger regenerativer Energien. Die Grünen im Bayerischen Landtag wollen deshalb mit einem Antrag erreichen, dass die Staatsregierung landwirtschaftliche Betriebe stärker dabei unterstützt und fördert, im Stall, auf dem Hof und auf den Feldern Schritt für Schritt unabhängiger von fossilen Energieträgern zu werden.
Statt Diesel und Heizöl sollen dort, wo es technisch möglich ist, erneuerbare Energien eingesetzt werden – im besten Fall solche, die direkt auf dem eigenen Betrieb oder in der Region erzeugt werden.
Mia Goller, Sprecherin der Grünen Landtagsfraktion für Landwirtschaft und Wald, hat den Antrag mit angestoßen. Ihr Ziel: Die Staatsregierung soll eine konkrete „Roadmap“ vorlegen, wie energieautarke oder zumindest weitgehend energieautonome Bauernhöfe in Bayern Wirklichkeit werden können. „Unsere Bauernhöfe können viel mehr sein als Lebensmittelproduzenten. Sie können auch Energieerzeuger, Energiespeicher und Vorreiter für klimafreundliche Antriebe sein“, sagt Goller und sie ist überzeugt: „Die Landwirtschaft hat Flächen, Dächer, Biomasse, Sonne, Wind und Wissen. Jetzt braucht sie Planungssicherheit und eine Staatsregierung, die nicht nur Sonntagsreden hält, sondern den Umbau aktiv unterstützt.“
Der grüne Antrag fordert von der Staatsregierung unter anderem, hofnahe und hoffernere Szenarien für alternative Antriebe vorzulegen. Dabei sollen Elektromobilität, Eigenstromerzeugung und biogene Kraftstoffe systematisch berücksichtigt werden. Außerdem soll die Staatsregierung berichten, welche Haushaltsmittel seit 2021 tatsächlich für Eigenstromversorgung in der Innenwirtschaft und für klimaneutrale Antriebe in der Außenwirtschaft eingesetzt wurden. Auch bestehende Förderprogramme, Maßnahmen des Bundes und ein realistischer Zeithorizont für energieautarke Betriebe sollen auf den Tisch.
Goller betont, dass es dabei nicht um eine technische Einheitslösung gehe. „Der kleine Hoflader, der Futtermischwagen oder Maschinen mit geringerem Leistungsbedarf können künftig sehr oft elektrisch laufen – am besten mit Strom vom eigenen Dach. Bei schweren Feldarbeiten brauchen wir zusätzlich nachhaltige biogene Kraftstoffe, etwa Pflanzenöl oder Biodiesel aus regionalen Kreisläufen. Entscheidend ist: Wir müssen weg von der fossilen Abhängigkeit.“
Gerade auf den Feldern sieht Goller große Einsparpotenziale. In der Begründung des Antrags wird darauf verwiesen, dass durch die Elektrifizierung von Maschinen mit geringerem Leistungsbedarf nahezu die Hälfte des bisherigen Kraftstoffverbrauchs in der Land- und Forstwirtschaft eingespart werden kann. „Das ist keine Kleinigkeit“, so Goller. Jeder Liter Diesel, den ein Betrieb nicht kaufen muss, stärke die eigene Unabhängigkeit und schütze vor Preisschocks. Die positiven Auswirkungen auf die Umwelt seinen ebenfalls ein wichtiger Effekt.
Für die Grünen geht es dabei ausdrücklich auch um Wirtschaftlichkeit. Wer erneuerbare Energie am Hof nutzt, stärke die Stabilität des Betriebs und halte Wertschöpfung in der Region. „Energieautarke Höfe sind kein grünes Luxusprojekt, sondern sie sind ein Zukunftsmodell für bäuerliche Betriebe. Wer seine Energie selbst erzeugt und klug nutzt, wird unabhängiger, krisenfester und wirtschaftlich stärker“, erklärt Goller.
Goller fordert deshalb eine technologieoffene, aber entschlossene Strategie. Elektrifizierung dort, wo sie sinnvoll und möglich ist; biogene Kraftstoffe dort, wo hohe Energiedichte gebraucht wird; dazu Forschung, Förderung und moderne Landtechnik. „Die Landwirtschaft darf bei der Energiewende nicht nur Pflichten bekommen. Sie braucht Werkzeuge, Investitionssicherheit und faire Förderung“, sagt die Abgeordnete. Mia Goller erinnert in diesem Zusammenhang daran, dass es schon vor Jahren sehr erfolgreich gelungen sei, auch große landwirtschaftliche Maschinen mit pflanzlichen Kraftstoffen zu betreiben. Damals sei viel Geld investiert worden in die Produktion von Biodiesel, der sich im täglichen Einsatz auch bewährte. „Aber dann kam das Aus: Die von CDU und CSU geführte Bundesregierung schaffte den Steuervorteil für Biodiesel ab und beerdigte damit diese innovative und umweltfreundliche Technik“, erinnert sie. Es wäre an der Zeit, diese Fehlentscheidung endlich rückgängig zu machen.
Die Staatsregierung müsse jetzt zeigen, ob sie das im Zukunftsvertrag Landwirtschaft verankerte Ziel energieautarker Bauernhöfe ernst nehme. „Bayern redet gerne von Hightech, Heimat und starker Landwirtschaft. Dann soll die Staatsregierung auch liefern: mit einer klaren Roadmap, mit verlässlichen Förderprogrammen und mit einem Plan, wie unsere Höfe Schritt für Schritt aus fossilen Abhängigkeiten herauskommen.“
Goller betont zugleich, dass die Landwirtschaft hier nicht bei null anfange. „Unsere Bäuerinnen und Bauern haben längst bewiesen, dass sie erneuerbaren Energien sehr aufgeschlossen gegenüberstehen“, sagt sie. Viele Betriebe erzeugten bereits Strom aus Photovoltaik, Biogas oder Biomasse und leisteten damit einen wichtigen Beitrag zur Energieversorgung im ländlichen Raum. „Jetzt geht es darum, den nächsten Schritt zu ermöglichen. Die Energie, die auf den Höfen und Flächen erzeugt wird, soll noch stärker im Betrieb selbst genutzt werden können – für mehr Unabhängigkeit, mehr Klimaschutz und mehr Wertschöpfung in der Landwirtschaft.“

