"Blutsauger" vom Finanzamt wurden selbst zur Ader gelassen

Landshut - pm (16.09.2019) Seien Sie ehrlich: diesen Artikel lesen Sie jetzt sicher mit einer gewissen Vorfreude auf das, was sich da im Finanzamt wohl ereignet haben kann, wenn gleich ein Blick auf die Bilder des Artikels schon erahnen lassen, worum es geht … .

Aber lassen Sie uns zunächst etwas weiter ausholen: die Zeiten, in denen Beschäftigte einer Firma oder Behörde lediglich “Human Kapital“ darstellen, neigen sich ja Gott sei Dank immer mehr dem Ende zu. So gibt es auch im Finanzamt schon seit längerem Aktionen wie z.B. Gesundheitstage mit Vorträgen und div. Kursangeboten, eine Typisierungsaktion für die Knochenmarkspenderdatei fand statt, beim Stadtradeln, wobei es darum geht möglichst viele Kilometer umwelt- und “gesundheitsfreundlich“ mit dem Fahrrad zurückzulegen, belegte unser Amt bisher regelmäßig zweite und sogar erste Plätze. Diese Aufzählung ist keineswegs vollständig.
Aber Sie möchten jetzt sicher endlich wissen, was es mit dem angekündigten “Aderlass“ auf sich hat. Nun, diesen Begriff kann man tatsächlich für bare Münze nehmen, denn am 04.September fand auf Grund der Initiative des Finanzamts Landshut eine Blutspendeaktion statt, für die der mobile Blutspendedienst des BRK mit dem großen Truck vor unserem Amt vorgefahren ist. Auch die Kollegen des Zentrums Bayern für Familie und Soziales haben sich an der Aktion beteiligt und so konnten von 93 erschienenen Personen an diesem Tag 82 Kollegen “zur Ader gelassen“ werden um Menschen, die auf Spenderblut angewiesen sind zu helfen und vielleicht sogar Leben zu retten. Besonders erfreulich ist laut BRK, dass unter den Spendern 50 % Erstspender waren.
Um den wirklich großen Erfolg und die Spendebereitschaft richtig einschätzen zu können sollen die Zahlen im Folgenden noch etwas erläutert werden.

Lt. BRK kann mit einer Spendebereitschaft von ca. 10 % der Beschäftigten einer Behörde bzw. Firma gerechnet werden. In unserem Amt wären das somit in etwa 35 Personen. Tatsächlich sind aber 78 Kollegen vom Finanzamt zum „Aderlass“ erschienen, ergo ist die Bereit-schaft unter den “Landshuter Finanzlern“ mit über 20 % der Amtsangehörigen mehr als doppelt so hoch, als üblich!!!
Sinn und Zweck solcher Aktionen ist es unter anderem auch, viele neue Menschen zum Blutspenden zu bewegen. Vor allem in dieser Hinsicht war die Aktion erfolgreich. Ein derart hoher Anteil an Erstspendern ist außergewöhnlich! Er liegt bei vergleichbaren mobilen Einsätzen in der Regel um die 25% (die Angaben sind Erfahrungswerte des Blutspendedienstes).

Des Weiteren sollte noch Erwähnung finden, dass sämtliche Ideen - so gut sie auch sein mögen - nicht verwirklicht werden könnten ohne die Unterstützung der Amtsleiterin, Frau LRDin Elisabeth Fett. Frau Fett musste von dieser Aktion nicht einmal überzeugt werden. Sie stand von Beginn an hinter dem Vorhaben, hat sich persönlich Zeit genommen für wichtige Besprechungen im Vorfeld und den Verantwortlichen ansonsten freie Hand bei der Organisation gelassen. Vielen Dank dafür!
Das aus der Spendeaktion gezogene Resümee war somit durchaus positiv. So positiv, dass das Team vom BRK noch am Spendetag zum Ausdruck gebracht hat, dass sie gerne wiederkommen würden. Derartige Aktionen sind leider nötiger denn je, denn die Zahl der Men-schen, die zur Blutspende bereit sind, ist weiterhin rückläufig. Vielleicht überlegt jetzt sogar der ein oder andere Leser zum Blutspender zu werden… .

Erfreulicherweise ist nicht nur das Team des BRK an einer Wiederholung interessiert, sondern auch viele Kollegen haben versichert, auf alle Fälle wieder zu spenden, wenn der Truck erneut vorfährt. Es bleibt also abzuwarten, wie sich diese Initiative des Finanzamts weiterentwickelt.
Vielleicht heißt es schon im nächsten Jahr wieder: “ozapft is!“ und die Landshuter Finanzbeamten rücken auch dann nicht nur mit Steuererstattungen, sondern mit Ihrem eigenen Blut für Leib und Leben derer, die darauf angewiesen sind, heraus.

B. Kant