
v. l.: Vorstandsmitglied Andy Geisler (Sparkasse ), Vorstandsvorsitzender Christan Gallwitz (Sparkasse ), Erwin Bumberger (stellvertretender Vorstandsvorsitzender der LBS Süd) und Roland Schattenkirchner (Regionaldirektor Vertrieb der LBS Süd).
Landshut – pm (28.07.2026) Das eingependelte Zinsniveau und die stabilisierten Preise für gebrauchte Wohnimmobilien haben im vergangenen Jahr auch im Raum Landshut für eine fortgesetzte Erholung des Bestandsmarktes gesorgt. Die wachsende Nachfrage nach Immobilien belegt, dass viele Menschen sich inzwischen an die neue Marktsituation gewöhnt haben und wieder Zutrauen entwickeln.
Die ökonomischen Folgen des Iran-Krieges könnten allerdings zu einem Dämpfer in der Markt-Erholung führen, erklären Vertreter der Sparkasse Landshut und der LBS Süd.
„Nach wie vor wünscht sich die Mehrheit der Menschen in Deutschland ein Eigenheim. In jüngster Zeit spielt dabei die Befreiung von der Sorge über die stark steigenden Mieten eine große Rolle. Nur 22 Prozent der Menschen in Deutschland sind der Meinung, dass das Wohnen zur Miete günstiger wäre als der Eigentumserwerb. Des Weiteren halten 74 Prozent die eigene Immobilie für eine sichere Altersvorsorge wie der Kantar-Trendindikator zeigt“, sagt Erwin Bumberger, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der LBS Landesbausparkasse Süd. Auch das Interesse an Eigenheimen in der Region ist nach wie vor groß. „Die anhaltend hohe Nachfrage hat für stabile Preise gesorgt. Das Preisniveau bietet nach wie vor Chancen für Käufer auf dem Gebrauchtmarkt – insbesondere, wenn man bereit ist Kompromisse bei Lage und Ausstattung einzugehen“, sagt Christian Gallwitz, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Landshut.
So sind die Immobilienumsätze im vergangenen Jahr erneut gestiegen. 2025 sind in Bayern Wohn- und Gewerbeimmobilien mit einem Wert von gut 54 Milliarden Euro ge- und verkauft worden – etwa neun Prozent mehr als im Vorjahr, wie sich aus dem Grunderwerbsteueraufkommen errechnen lässt. In Landshut betrug das Volumen der Immobilientransaktionen im vergangenen Jahr 381 Millionen Euro, das sind gut 31 Prozent weniger als im Vorjahr. Im Durchschnitt der letzten zehn Jahre liegt der Wert bei 364 Millionen Euro. Der Landkreis Landshut verzeichnete 2025 ein Transaktionsvolumen von 487 Millionen Euro, ein Plus von knapp 18 Prozent zum Vorjahr. Der Zehn-Jahres-Durchschnitt liegt bei 483 Millionen Euro. „Die Immobilienumsätze unterliegen naturgemäß stärkeren Schwankungen, auch in Abhängigkeit von der Bautätigkeit und zuletzt beeinflusst vom Ende der Niedrigzinsphase“, sagt Christian Gallwitz.
Detaillierte Angaben zu den Immobilienpreisen enthält der Marktspiegel der Sparkassen-Finanzgruppe. Demnach werden gebrauchte freistehende Häuser im Raum Landshut für 290.000 bis 1,2 Million Euro angeboten, gebrauchte Doppelhaushälften und Reihenhäuser für 250.000 bis 700.000 Euro und Eigentumswohnungen für 2.000 bis 5.000 Euro pro Quadratmeter. Baugrundstücke kosten zwischen 180 und 1.200 Euro pro Quadratmeter. Doppelhaushälften und Reihenhäuser sind für 450.000 bis 950.000 Euro zu haben und neue Eigentumswohnungen für 3.500 bis 8.000 Euro pro Quadratmeter.
Der Bedarf an Wohnraum wird in Bayern auch in Zukunft hoch bleiben. Der aktuellen Bevölkerungsvorausberechnung des Landesamts für Statistik zufolge werden 2044 gut 278.000 mehr Menschen im Freistaat leben als derzeit. Knapp 14 Millionen Einwohner wird Bayern dann haben. In erster Linie ist das auf Zuzug aus anderen Teilen Deutschlands und dem Ausland zurückzuführen. Laut Prognose wird die Bevölkerungszahl 2044 in Landshut bei 75.200 liegen. Das entspricht einem Wachstum von knapp fünf Prozent. Im Landkreis Landshut wird die Bevölkerung im selben Zeitraum auf 172.700 und damit um 6,5 Prozent anwachsen.
Während der Bedarf an Wohnraum hoch bleibt, ist die Zahl der Neubauten weiter gering. 2025 wurden in Bayern gut 46.000 Wohnungen fertiggestellt. Das ist ein Rückgang von rund 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und liegt weit unter dem postulierten Bedarf von etwa 70.000. „Damit macht sich jetzt der Einbruch bei den Baugenehmigungen nach der Zinswende von 2022 bemerkbar. Denn die Fertigstellungen resultieren in der Regel aus den Genehmigungen der vergangenen ein bis zwei Jahre“, sagt Bumberger. Naturgemäß unterliegt die Bautätigkeit regional stärkeren Schwankungen – insbesondere getrieben von der Verfügbarkeit von Bauland und aktuell auch beeinflusst von den hohen Baukosten. „Auch wenn die Zahl der Baufertigstellungen in den vergangenen Jahren ein gutes Niveau erreicht hat, benötigen wir weiterhin einen aktiven Neubau, um der differenzierten Nachfrage gerecht zu werden“, so Andy Geisler, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Landshut.
Insgesamt konnte die Sparkasse Landshut im vergangenen Jahr 127 Objekte am Immobilienmarkt vermitteln. Der Wert der Kaufobjekte hat 43,77 Millionen Euro erreicht. Die Darlehenszusagen für Baufinanzierungen beliefen sich auf 616,8 Millionen Euro.
Erholungstendenzen auf dem Immobilienmarkt zeigen sich auch in den anhaltend hohen Kreditauszahlungen der LBS Süd. Mit knapp 1,8 Mrd. Euro entfiel mehr als die Hälfte davon auf Bauspardarlehen, die im aktuellen Finanzierungsumfeld zunehmend gefragt sind. Das Volumen der bewilligten Bauspardarlehen hat sich seit der Zinswende von 2022 fast vervierfacht. „Diese Entwicklung belegt den Kernnutzen des Bausparens. Unsere Kundinnen und Kunden profitieren von fixen Darlehenszinsen, die deutlich unterhalb des erhöhten Marktniveaus liegen“, sagt Bumberger.

