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Bayern muss handeln, wenn Bildung Zukunft sichern soll

Landshut - pm (28.07.2026) Zum Ende des Schul- und Kitajahres 2025/26 zieht die KEG Bayern eine kritische Bilanz der Bildungspolitik in Bayern. Trotz zahlreicher Dialogformate, Verbändeanhörungen, Strategiepapiere und neuer Schlagworte bleiben die dringend notwendigen strukturellen Verbesserungen für Kitas sowie Grund- und Mittelschulen weiterhin aus. Statt gezielter Investitionen und mutiger Entscheidungen wird aus Sicht der KEG gerade dort gespart, wo die Bildungsbiografie von Kindern beginnt: in Familien, Kitas und Schulen.

Zu Beginn des Schuljahres 2025/26 hatte Kultusministerin Anna Stolz unter dem Leitmotiv „Fit für die Zukunft“ mehr Bewegung, eine stärkere Medienbildung, weniger Bürokratie sowie eine Mittelschuloffensive angekündigt. Die Realität vor Ort zeigt jedoch ein anderes Bild: Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte arbeiten vielerorts an der Belastungsgrenze. Schulleitungen werden durch Verwaltungsaufgaben zunehmend gebunden, und die Herausforderungen durch Integration, Inklusion sowie gesellschaftliche Veränderungen nehmen weiter zu. „Unsere Kolleginnen und Kollegen brauchen keine neuen Überschriften und Modellprojekte. Sie brauchen verlässliche Rahmenbedingungen, ausreichend Personal und eine Bildungspolitik, die die tatsächlichen Herausforderungen in Schulen und Kitas ernst nimmt“, erklärt Martin Goppel, Landesvorsitzender der KEG Bayern. Im Rahmen seiner Basistour ist er regelmäßig an Schulen und Kitas im Freistaat unterwegs und kennt die Probleme aus erster Hand.

Besonders kritisch bewertet die KEG Bayern, dass die Probleme seit Jahren bekannt sind. Zahlreiche Studien und Bildungsberichte weisen regelmäßig auf den Fachkräftemangel, die hohe Arbeitsbelastung sowie den steigenden Unterstützungsbedarf von Kindern und Jugendlichen hin. Dennoch fehlen nachhaltige Reformen und langfristige Personalstrategien. Während über Digitalisierung, neue Prüfungsformate und pädagogische Konzepte diskutiert wird, bleibt die Gewinnung und Bindung von Lehrkräften sowie pädagogischen Fachkräften weiterhin ungelöst. Auch das bewährte bayerische Kita-System gerät zunehmend unter Druck. Die Folgen tragen Familien, Kinder und Beschäftigte gleichermaßen.

Für das Schul- und Kitajahr 2026/27 erwarten die Beschäftigten erneut steigende Anforderungen. Die Unterrichtsversorgung bleibt angespannt, zahlreiche Stellen können weiterhin nicht besetzt werden, und die sogenannten Substitute, die oft hervorragende Arbeit geleistet haben, werden nicht weiterbeschäftigt, weil Sparvorgaben und Stellenbeschränkungen fortbestehen. Gleichzeitig sollen zusätzliche Aufgaben übernommen werden – von neuen Formen der Leistungserhebung über Fördermaßnahmen bis hin zu weiteren schulischen Entwicklungsprozessen. Die dafür notwendigen personellen und zeitlichen Ressourcen fehlen vielerorts.

Dabei zeigen aktuelle Untersuchungen deutlich, dass Bildungserfolg maßgeblich von ausreichendem Personal, beständigen Bezugspersonen, kleineren Lerngruppen und einer frühen individuellen Förderung abhängt. Internationale Studien sowie nationale Bildungsberichte belegen zudem, dass Investitionen in die frühkindliche Bildung und in Grundschulen besonders wirksam sind und langfristig gesellschaftliche Folgekosten reduzieren.

Die KEG Bayern fordert deshalb für das Schul- und Kitajahr 2026/27:

  • eine umfassende Reform der Lehrkräfteausbildung mit einem tragfähigen Finanzierungskonzept und besonderem Fokus auf Grund- und Mittelschulen,
  • deutlich mehr pädagogisches und administratives Unterstützungspersonal an Schulen und Kitas,
  • spürbare Entlastungen für Schulleitungen und Lehrkräfte bei Verwaltungsaufgaben,
  • realistische Konzepte für Integration und Inklusion mit ausreichender personeller Ausstattung,
  • eine faire Berücksichtigung und Bezahlung der Verwaltungskräfte aller Schularten,
  • kleinere Klassen und bessere individuelle Fördermöglichkeiten,
  • eine langfristige Personaloffensive statt kurzfristiger Notmaßnahmen,
  • die Weiterentwicklung des differenzierten Schulwesens,
  • eine nachhaltige Stärkung der Mittelschule als Zukunftsschule durch zusätzliche Ressourcen und attraktive Entwicklungsperspektiven.
  • eine bayerische Kita-Offensive mit verbindlich besseren Personalschlüsseln, kleineren Gruppen, einer verlässlichen Finanzierung und attraktiven Arbeitsbedingungen sowie Weiterbildungsmöglichkeiten für pädagogische Fachkräfte um die Qualität der frühkindlichen Bildung dauerhaft zu sichern.

Die KEG Bayern erwartet von der Staatsregierung, der Kultusministerin und der Sozialministerin im neuen Schul- und Kitajahr den Mut zu grundlegenden Reformen. Die Herausforderungen des Bildungssystems lassen sich nicht mit kosmetischen Korrekturen lösen. Bayerns Schulen und Kitas benötigen eine verlässliche Perspektive, die den Bedürfnissen von Kindern, Jugendlichen, Familien und Beschäftigten gleichermaßen gerecht wird.

„Wer Bildung zur Zukunftsaufgabe erklärt, muss jetzt handeln. Kinder und Jugendliche brauchen keine neuen Überschriften, sondern gute Bedingungen zum Lernen. Dafür braucht es Menschen, Zeit und verlässliche Strukturen. Die Zukunft unseres Landes entscheidet sich daran, welchen Stellenwert wir Bildung heute geben“, so Martin Goppel, Landesvorsitzender der KEG Bayern, abschließend.

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